Clara Luzia
Musik für Menschen, die reinen Herzens und trotzdem nicht naiv sind, schrieb Gerhard Stöger in der Wiener Stadtzeitung Falter zu Clara Luzia's Debutalbum „Railroadtracks“ 2006. Den Nachfolger "The Long Memory" von 2007 kürt FM4 gar zum "Album der Woche."
Das Album markiert für die Songschreiberin Clara den Abschluss eines Jahres, das für sie mit zu den emotional schwierigsten zählt. Kombiniert mit Songmaterial aus „besseren Zeiten“, wie etwa dem Track „Harvest Moon“, den Clara bereits mit ihrer früheren Band Alalie Lilt 2005 auf Tonträger gebrannt hat. Ausgangspunkt des Albums bildet „Tidal“, eine Nummer entstanden am Hamburger Hafen im Oktober 2005: Die dumpfe aber dennoch sichere Ahnung, dass sich die Dinge gerade massiv ändern, ohne aber noch zu wissen, was genau im Umbruch begriffen ist: „I can tell now things have changed – like they always have.“ Clara sollte Recht behalten, die Dinge hatten sich geändert und änderten sich noch in den nächsten Monaten. Radikal. Und obwohl das ganz persönliche Umfeld Hauptschauplatz der emotionalen Hochschaubahnfahrt ist, gerät das „big picture“ nie ganz aus den Augen. „Narrow Margin“ zeugt davon: „Hardly anybody cast their votes today – I did“ schreibt Clara anlässlich der Nationalratswahl in Österreich 2006, aber auch Krieg als nach wie vor bestehende Option in der internationalen Politik und das Gefühl der „Außenstehenden“, das über Betroffenheit selten hinausgehen kann („No Offense“) wird thematisiert.
„The Long Memory“ ist nicht die Chronik einer Seins- und Sinnkrise. Viel mehr soll es eine Art Erinnerungsbuch sein, das Erfahrungen eines turbulenten Jahres reflektiert. Und das muss nicht unbedingt schwer verdaulich sein, wie das Trinklied „Homedrinking“ beweist - einer kleinen Schunkel-Ode an das Bier: „It shrinks my brain, it fills my belly.“ In diesem Sinne: Möge es allen gut schmecken. Prost!
Band
| Clara Luzia: | Gesang, Gitarre, Songwriting |
|---|---|
| Alexander Nefzger: | Klavier, Akkordeon, Toypiano; Arrangements, Produktion |
| Mika Vember: | Cajon, Percussion, Backing Vocals, Gitarre |
| Heidi Dokalik: | Cello, Mundharmonika, Melodika |
| Manfred Fau: | Bass, Banjo |
| Ines Perschy: | Drums, E-Gitarre |







